Die mobile Technik macht’s möglich: Werbeanzeigen können auf Smartphones und Tablets ortsabhängig ausgesteuert werden. Surft also ein potentieller Kunde mit seinem mobilen Endgerät in der Nähe des Geschäfts im Internet, ist es möglich, ihm eine entsprechende Anzeige samt Handlungsaufforderung zu präsentieren. „Jetzt schnell vorbeikommen“ oder „Jetzt schnell folgendes Angebot nutzen …“ bieten ab sofort ganz neue Möglichkeiten.
Glaubt man der jüngst veröffentlichten Studie „The Mobile Landscape Western Europe“ der Performance-Marketing-Agentur iProspect, ist ortsbezogene Werbung das „nächste große Ding“ für das Online-Marketing und den E-Commerce. Online-Werbung wird künftig in der Lage dazu sein, Nutzer direkt in die Geschäfte der Werbetreibenden zu lotsen. Schon jetzt sind 85 Prozent der deutschen Smartphone-Nutzer bei ihrer mobilen Suche besonders an ortsbezogenen Ergebnissen interessiert.
Sei es für lokale News, ein Reiseportal oder für Wettermeldungen: Location Based Services, also die Ortsbezogenheit des Nutzers für einen Service zu berücksichtigen, das bieten bereits viele mobile Apps an. „Das ist Commodity“, meint Florian Resatsch, CEO von radcarpet, ein mobiles Werbenetzwerk, das von der Berliner Servtag GmbH betrieben wird. Eher neueren Datums sei es, diese Ortsbezogenheit des Smartphone-Nutzers zur Aussteuerung von Displaywerbung einzusetzen. Öffnet ein Nutzer auf seinem Smartphone eine Webseite oder eine App des mobilen Werbenetzwerkes, werden ihm Werbeanzeigen von Advertisern angezeigt, die in der Nähe seines Standortes ihr Ladenlokal haben. Damit das funktioniert, muss der Nutzer an seinem Gerät und gegebenenfalls auch für die jeweiligen Apps die GPS-Ortung zulassen.
Doch diese Art der lokalen Werbung hat noch einen großen Schwachpunkt: Die Reichweite. Resatsch spricht dies offen an. „Bei einem Ladenlokal, das ein Einzugsgebiet von 2 km hat, ist es natürlich schwierig, mit dieser Art der Werbung die nötige Anzahl von Personen zu erreichen, die dann auch noch die Zeit haben, das Geschäft aufzusuchen.“
Eine ganz ähnliche Location Based-Advertising-Lösung bietet das aus Schweden stammende Mobile Ad Network Widespace mit dem „Store Locator“ an. Das Werbemittel öffnet sich in der Adspace innerhalb der aktiven App oder auf der besuchten mobilen Website, wenn der Nutzer sich in der Nähe des Geschäfts des Advertisers befindet. „Soweit der Nutzer für den Browser oder die App die Ortung seines Geräts aktiviert hat, funktioniert unser Targeting für das Store Locator Ad im Umkreis von 1 km bis zu 10 Meter genau“, erläutert Sin To, Head of Partnerships DACH bei Widespace. Die Besonderheit dieser Lösung: Widespace arbeitet nicht mit Microsites. Die passende Karte der Nutzerposition zum Store des Advertisers wird im Werbemittel angezeigt. „Der Nutzer bleibt in der App oder auf der mobilen Website. Er verlässt das Umfeld des Publishers also nicht“, erläutert To. Laut To sei diese Art der mobilen Werbung hierzulande noch nicht so verbreitet, doch im Widespace-Heimatland Schweden habe man bereits auf Webseiten wie etwa von Expressen.se – das schwedische Pedant zur BILD – gute Kampagnenergebnisse einfahren können. „Die Klick- und Konversionsraten sind signifikant höher im Vergleich zu mobilen MMA-Standard-Ads“, berichtet To.
Quelle: adzine.de